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Verrücktes Projekt:

Der Eiffelturm in grünem Gewand?

PARIS, 23.02.12 - Es klingt fast noch unglaublicher als die wahre Geschichte des Hochstaplers Victor Lustig, der im Jahre 1925 versucht hatte, den damals bei der Pariser Bevölkerung unbeliebten Eiffelturm an einen Schrotthändler zu verkaufen: Ein französisches Architekturbüro will das Wahrzeichen von Paris temporär begrünen.

Der Pariser Eiffelturm könnte schon in diesem Sommer so wie auf dieser Simulation aussehen, wenn sich die französischen Planer durchsetzen. | Grafik: Ginger Group

Laut einer Meldung der renommierten Tageszeitung „Le Figaro“ arbeitet die Ginger Group, eines der führenden Planungs- und Ingenieurbüros für Umwelttechnik in Frankreich, ernsthaft daran, das 324 m hohe Wahrzeichen von Paris mit rund 600.000 Pflanzen vertikal zu begrünen. Die anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1889 errichtete „Eiserne Dame“ müsste zusätzlich über 350 Tonnen für Pflanzen, Substrat und Bewässerungssystem tragen. Das dürfte der Turm leicht schultern, denn allein ein Farbanstrich der 200.000 Eisenfläche wiegt rund 60 Tonnen. Die spektakuläre Begrünungsaktion könnte daher schon in diesem Sommer beginnen und soll dann vier Jahre lang laufen. Laut Berechnungen des Ingenieurbüros könnten mit der „grünen Lunge“ während der Installation bis zu 85 Tonnen CO2 und riesige Mengen an Feinstaubpartikeln der belasteten Pariser Luft entzogen werden.

Auch an der Finanzierung sollte es nicht scheitern, da die Projektkosten von rund 72 Millionen Euro von Unternehmen übernommen würden. Schließlich werde mit dem grünen Eiffelturm ein Signal in alle Welt ausgehen. Und auch die Verantwortlichen im Pariser Rathaus sollen bereits Gefallen an der Transformation des Eiffelturms gefunden haben. Nun liegt es an der Betreibergesellschaft, der Société Nouvelle d' Exploitation de la Tour Eiffel, sprichwörtlich grünes Licht zu geben. Nicht einmal die Millionen von Touristen, die den Eiffelturm jährlich besuchen, müssten Einschränkungen befürchten.

 

 

Dieser Artikel ist in der bi GaLaBau 1+2-2012 erschienen.